Agentursterben (und was dagegen schützt)

Letzte Änderung:

Aktuelle Lage

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen liegt in Deutschland auf einem 10-Jahres-Hoch (siehe hier).

Davon betroffen sind auch Digitalagenturen, weil

  • sie personalintensiv sind,
  • extrem von Budgets für Marketing & Digitalisierung abhängen,
  • Künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben automatisiert/vereinfacht
  • Kunden aufgrund der - mittlerweile schon länger anhaltenden wirtschaftlich schwierigen Lage - sparen

Es gibt keine dedizierte Statistik, die nur die Insolvenzen von "Digitalagenturen" ausweist.

Die Indizienlage ist aber eindeutig: Die allgemeine Insolvenzwelle trifft den breit gefassten Dienstleistungssektor. Agenturen, die sich nicht spezialisiert oder ihre Prozesse nicht digitalisiert haben (vor allem kleine und mittelständische Full-Service-Agenturen), geraten unter den massiven Druck und tragen zum spürbaren Strukturwandel bei, der sich sowohl in formalen Insolvenzen als auch in stillen Schließungen oder Übernahmen äußert.

Aktualisierung 08.01.2026

Im Gesamtjahr 2025 wurden in Deutschland mit 17.604 Unternehmensinsolvenzen der höchste Stand seit 20 Jahren verzeichnet.

Quelle: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

4 Gründe für die Kunden-Zurückhaltung

Organisationen halten sich bei Website-Relaunches bzw. größeren Umbauarbeiten aktuell deutlich stärker zurück als noch vor ein paar Jahren. Das betrifft Agenturen aller Größen und CMS-Typen – von WordPress bis TYPO3.

Die Gründe dafür sind gut erklärbar und hängen mit Budgetdruck, Komplexität, Ressourcenknappheit und einer veränderten Erwartungshaltung zusammen:

1. Wirtschaftliche Unsicherheit – Budgets werden zuerst bei „Kommunikation“ gekürzt

Relaunches sind für viele Unternehmen kein Umsatztreiber, sondern eine Kostenstelle. In einer Phase, in der Kosten steigen (Löhne, Energie, Finanzierung), Budgets schrumpfen und Aufträge unsicherer werden, wird alles gestrichen, was nicht unmittelbar „Business Impact“ verspricht.

Hinzu kommt, das viel mehr Geld in Social Media, KI und Automatisierungen fließen.

____

2. Interne Ressourcen fehlen: Niemand hat Zeit, Inhalte oder Entscheidungen zu liefern

Viele Firmen könnten sogar ein Relaunch-Budget aufbringen – aber der Engpass steckt intern. Ein Website-Relaunch ist auch für Auftraggeber sehr zeitintensiv. Häufig mangelt es aber an internen, personellen Kapazitäten

____

3. Websites sind lange haltbar → Relaunch-Zyklen verlängern sich

Während man früher einen Relaunch etwa alle 3–4 Jahre durchgeführt hat, sind es heute mindestens 6–10 Jahre.

Nachdem das große Thema Responsivität - also die benutzerfreundliche Darstellung auf unterschiedlichen Geräten (Desktop, Zablet, Smartphone, etc.) - mittlerweile von vielen Organisationen berücksichtigt wird, fehlt es an neuen technologischen Entwicklungen(Möglichkeiten, die einen Relaunch rechtfertigen . 

Da Website-Relaunches aufgrund Ihrer Komplexität mittlerweile sehr teuer geworden sind, stellt sich oft die Frage: Lohnt sich das Ganze? Spielt die neue Website die Mehraufwände wieder ein?

Viele Websites laufen stabil, erfüllen ihren Zweck und haben keine akuten Probleme. Ohne Leidensdruck gibt es keine Motivation für Veränderung. Daher setzt sich oft die „gut genug“-Mentalität durch: Die alte Seite funktioniert ja noch…

____

4. Schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit

Leider ein Thema, das wir als TYPO3 Agentur oft am eigenen Leib erfahren müssen: Viele TYPO3-Instanzen, die wir betreuen, wurden von anderen Dienstleistern aufgesetzt. Oft zeigt sich, dass Agenturen bei der TYPO3-Integration von Webseiten nicht die nötige Fachkompetenz haben, was u.a. dazu führt:

  • das Web-Projekte viel länger und teurer als geplant werden
  • Redakteure aufgrund der umständlichen Umsetzung Schwierigkeiten bei der Pflege der Inhalte haben
  • die Wartung(Weiterentwicklung, Updates, usw.) sehr komopliziert und damit auch teuer ist

... und 4 Wege wie man als kleine Agentur trotzdem wächst

Um zu vermeiden, selber Opfer dieses problematischen Trends zu werden, haben wir bei WACON Anfang des Jahres unsere Strategie geändert und sind damit sehr erfolgreich im Jahre 2025 gewesen.

Unsere Maßnahmen waren:

1. Klare Positionierung

Wir sind eine TYPO3 Agentur, d.h. wir bieten sämtliche Services rund um dieses System. Anfragen zu anderen Systemen lehnen wir ab. Dabei haben wir uns auf Non Profit Organisationen konzentriert, weil wir der Meinung sind, dass TYPO3 gerade für diese Zielgruppe ein extrem sinnvolles Tool ist.

2. Preis- und Kostentransparenz

Wir legen nicht nur unsere Stundensätze offen sondern auch Kalkulationen für unterschiedliche Anwendungsfälle. Diese Transparenz schafft nicht nur Klarheit sondern vor allem Vertrauen.

3. Hauptfokus: Bestandskunden

Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf die Weiterentwicklung und Optimierung der TYPO3-Instanzen unserer Stammkunden. Häufig machen wir aktiv Vorschläge zu möglichen Verbesserungen der Website(s.u.). Die Neuakquise nimmt nur einen kleinen Teil unserer Tätigkeiten ein. Sie geschieht fast ausschließlich durch Weiterempfehlungen und guten Suchmaschinenpositionierungen. Auf bezahlte Anzeigen oder komplizierte Ausschreibungen verzichten wir ganz.

4. Kleine Verbesserungen statt großer Relaunches

Wir warten nicht bis sich Kunden bei uns melden. Dafür ist die Arbeitsbelastung und die Themenkomplexität heutzutage viel zu groß. Stattdessen schauen wir uns Webseiten an und machen mal individuelle, mal generelle Vorschläge (z.B. über einen Newsletter oder unseren LinkedIn-Account) zur Optimierung.

Beispiele dafür sind:

  • Suchmaschinenaudits und Verbesserungen rund um die maschinelle Lesbarkeit auch für KI-Agenten
  • Schnelles cloudbasierte Hosting unter Verwendung von REDIS für noch mehr Pagespeed und eine bessere User Experience
  • Matomo-Setup + Kurzschulung für mehr Kontrolle über die Website-Sichtbarkeit
  • Barrierefreiheitsaudits für eine bessere User Experience
  • automatische Bildkonvertierungen zu webp und Optimierung für mobile Endgeräte
  • Integration von externen KI-Services (z.B. für Chatbots)
  • Datenschutzaudits für rechtliche Sicherheit und den Schutz von Websitebesuchern (z.B. durch eine strenge Content security Policy)
  • “Faceliftings” statt komplizierter Relaunches (s.u.)
  • TYPO3 Updates auf Version 13 für mehr Redakteurskomfort

3 Beispiele von Facelift-Projekten

Drei Beispiele von TYPO3-Projekten, bei denen statt eines teuren Relaunches ein modernes Redesign zu viel günstigeren Konditionen von uns umgesetzt wurde: