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Google verändert die lokale Suche in Europa : Was Unternehmen jetzt wissen sollten

Im Europäischen Wirtschaftsraum zeigt Google bei lokalen Suchanfragen künftig auch Vergleichsportale und externe Anbieter direkt neben den eigentlichen Unternehmen an. Was hinter der Änderung steckt – und worauf Unternehmen jetzt achten sollten.

Letzte Änderung: 19.09.2026

Was ändert Google?

Google verändert die Darstellung lokaler Suchergebnisse im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Künftig können bei lokalen Suchanfragen neue Ergebnisbereiche erscheinen, in denen sowohl lokale Unternehmen als auch externe Vergleichs- und Branchenportale berücksichtigt werden (siehe die Dokumentation von Google).

Für Unternehmen, die über Google neue Kunden erreichen möchten, ist diese Entwicklung durchaus relevant.

Bei bestimmten lokalen Suchanfragen kann Google künftig zwei unterschiedliche Bereiche anzeigen:

Aggregator-Ergebnisse stammen von spezialisierten Suchdiensten, Branchenverzeichnissen und Vergleichsportalen. Diese Anbieter können Google strukturierte Daten zu Unternehmen zur Verfügung stellen.

Daneben gibt es sogenannte Supplier-Ergebnisse. Hier können die eigentlichen Anbieter beziehungsweise lokalen Unternehmen erscheinen – beispielsweise Restaurants, Handwerksbetriebe, Dienstleister oder Agenturen.

Das bedeutet: Sucht jemand beispielsweise nach

  • „Steuerberater Frankfurt"
  • „Webagentur Wiesbaden"
  • „TYPO3 Agentur Frankfurt"
  • „Elektriker in meiner Nähe"

können neben klassischen Google-Ergebnissen und Verzeichnissen auch die jeweiligen Unternehmen als direkte Anbieter hervorgehoben werden.

Warum führt Google diese Änderungen ein?

Hintergrund ist der Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union. Große Plattformen wie Google müssen konkurrierenden Diensten mehr Möglichkeiten geben, innerhalb ihrer Plattformen sichtbar zu werden.

Google entwickelt deshalb speziell für den europäischen Markt neue Darstellungsformen in der Suche.

Für Nutzer bedeutet das eine größere Auswahl unterschiedlicher Informationsquellen. Für Unternehmen bedeutet es gleichzeitig, dass sich die Wege verändern können, über die potenzielle Kunden auf sie aufmerksam werden.

Muss ein Unternehmen dafür etwas bei Google anmelden?

Für die neuen Supplier-Ergebnisse ist nach Angaben von Google kein spezieller Datenfeed erforderlich.

Google kann Informationen verwenden, die der Suchmaschine bereits über öffentlich zugängliche Webseiten zur Verfügung stehen.

Genau deshalb gewinnt die technische und inhaltliche Qualität der eigenen Website weiter an Bedeutung.

Google sollte möglichst eindeutig erkennen können:

  • Wer ist das Unternehmen?
  • Wo befindet es sich?
  • Welche Leistungen bietet es an?
  • Für welche Region ist es tätig?
  • Wie kann man Kontakt aufnehmen?

Je eindeutiger diese Informationen maschinenlesbar vorhanden sind, desto leichter können Suchmaschinen ein Unternehmen einer konkreten Suchanfrage zuordnen.

Strukturierte Daten werden wichtiger

Eine wichtige Rolle können dabei strukturierte Daten nach Schema.org spielen.

Für lokale Unternehmen bietet sich insbesondere LocalBusiness beziehungsweise ein passender spezifischer Unternehmenstyp an. Darüber können beispielsweise Firmenname, Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten, URL und weitere Unternehmensinformationen strukturiert ausgezeichnet werden.

Strukturierte Daten ersetzen gute Inhalte nicht. Sie helfen Suchmaschinen jedoch dabei, die vorhandenen Informationen eindeutig zu interpretieren.

Konkrete Leistungs- und Standortseiten statt allgemeiner Aussagen

Die Entwicklung zeigt außerdem, warum Unternehmen ihre Leistungen auf der Website möglichst konkret beschreiben sollten.

Eine allgemeine Seite mit der Aussage „Wir sind eine Internetagentur" liefert Google wesentlich weniger Kontext als eigenständige Inhalte beispielsweise zu:

TYPO3 Entwicklung, TYPO3 Support, TYPO3 Updates, Barrierefreiheit für TYPO3-Websites oder TYPO3 Agentur Frankfurt.

Das gilt genauso für andere Branchen.

Ein Handwerksbetrieb sollte seine einzelnen Leistungen beschreiben, eine Kanzlei ihre Rechtsgebiete und ein Beratungsunternehmen seine konkreten Beratungsfelder.

Bei regional tätigen Unternehmen können zusätzlich sinnvoll aufgebaute Standort- oder Regionsseiten helfen – vorausgesetzt, sie enthalten tatsächlich relevante und individuelle Informationen und sind nicht lediglich nahezu identische Kopien mit ausgetauschtem Ortsnamen.

Lokale SEO wird stärker zu „Entity SEO"

Bei lokaler Suchmaschinenoptimierung geht es damit zunehmend nicht mehr nur darum, für ein bestimmtes Keyword eine gute Position zu erreichen.

Google versucht vielmehr zu verstehen, welches Unternehmen hinter einer Website steht und für welche Leistungen, Themen und Standorte dieses Unternehmen relevant ist.

Website, strukturierte Daten, Unternehmensinformationen, externe Erwähnungen und Branchenverzeichnisse sollten deshalb möglichst ein konsistentes Gesamtbild ergeben.

Checkliste

Was Unternehmen jetzt überprüfen sollten

  • Sind Firmenname, Adresse und Kontaktdaten eindeutig und konsistent angegeben?

  • Sind die wichtigsten Leistungen auf eigenen, aussagekräftigen Seiten beschrieben?

  • Gibt es bei regional tätigen Unternehmen sinnvolle Standort- oder Regionsseiten?

  • Werden passende strukturierte Daten nach Schema.org eingesetzt?

  • Kann Google eindeutig erkennen, welche Leistungen das Unternehmen anbietet?

  • Stimmen Unternehmensinformationen auf der eigenen Website und wichtigen externen Plattformen überein?

Fazit

Google verändert die lokale Suche in Europa. Neben klassischen Suchergebnissen gewinnen neue Bereiche für Vergleichsdienste und direkte Anbieter an Bedeutung.

Noch ist offen, wie häufig Google diese neuen Darstellungen ausspielen wird und welchen Einfluss sie langfristig auf Klicks und Rankings haben werden.

Die grundsätzliche Richtung ist jedoch deutlich: Unternehmensinformationen müssen für Suchmaschinen möglichst eindeutig, strukturiert und thematisch klar verständlich sein.

Eine technisch saubere Website, strukturierte Daten sowie konkrete Leistungs- und Standortinformationen helfen deshalb nicht nur bei klassischer Suchmaschinenoptimierung. Sie schaffen gleichzeitig eine bessere Grundlage dafür, dass Unternehmen in neuen Suchformaten und zunehmend auch in KI-gestützten Suchsystemen korrekt verstanden und gefunden werden.

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