Ein neues Publikum: die KI-Agenten
Websites wurden bisher für zwei Zielgruppen optimiert: für Menschen und für Suchmaschinen-Crawler. Seit Kurzem kommt eine dritte hinzu – KI-Agenten, die im Auftrag von Nutzern eigenständig Websites ansteuern, Informationen auslesen und Aktionen ausführen, etwa ein Formular ausfüllen oder einen Termin buchen.
Google trägt dieser Entwicklung nun Rechnung. Mit Lighthouse 13.3 (Anfang Mai 2026) ist die neue Kategorie „Agentic Browsing" erschienen. Lighthouse ist die Prüf-Engine hinter dem bekannten Tool PageSpeed Insights. Die neue Kategorie steht konzeptionell neben Performance, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO – und prüft etwas, das keine der anderen abdeckt: Wie gut kann ein KI-Agent Ihre Seite verstehen und bedienen?
Wichtig einzuordnen: Die Kategorie ist ausdrücklich noch „under development", also experimentell. Sie liefert keinen 0–100-Wert, sondern ein einfaches Bestanden-Verhältnis (z. B. „2 von 2"). Und sie ist – Stand heute – kein bestätigter Ranking-Faktor. Die Ausrollung in die gehostete Oberfläche von PageSpeed Insights läuft schrittweise; die Prüfungen selbst lassen sich aber schon heute (z. B. über die aktuelle Lighthouse-Version oder Drittanbieter-Tools) durchführen.
Was genau geprpft wird
Die Kategorie kombiniert vier Signale:
- Den Accessibility-Tree – die maschinenlesbare Strukturdarstellung Ihrer Seite. KI-Agenten verarbeiten diese vereinfachte Struktur deutlich effizienter als den kompletten HTML-Code oder einen Screenshot. Eine saubere, korrekt ausgezeichnete Struktur hilft also Screenreadern und Agenten gleichermaßen.
- Die Layout-Stabilität (die bekannte CLS-Metrik). Springt der Seiteninhalt beim Laden herum, klickt ein Agent – der oft schneller agiert als ein Mensch – schnell das falsche Element an.
- WebMCP: eine neue Schnittstelle, über die eine Website Agenten gezielt definierte Aktionen anbieten kann (etwa durch annotierte Formulare). Das ist der eigentlich neue Baustein, der über klassische Optimierung hinausgeht.
- Eine llms.txt: eine vorgeschlagene Datei im Website-Root, die KI-Systemen strukturierte Hinweise zu Ihren Inhalten gibt. Geprüft wird, ob die Datei existiert und sinnvoll aufgebaut ist (Überschrift, Umfang, Links). Anzumerken ist: llms.txt ist bislang ein Vorschlag und wird von KI-Tools noch nicht flächendeckend genutzt.