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llms.txt

Was ist eine llms.txt?

llms.txt ist eine einfache Markdown-Datei, mit der Websites ihre wichtigsten Inhalte gezielt für KI-Systeme und KI-Agenten aufbereiten können. Wir erklären, wie sie funktioniert – und was Version 2 seit August 2026 ändert.

Letzte Änderung: 23.09.2026

Websites werden zunehmend nicht mehr nur von Menschen besucht, sondern auch von KI-Systemen und KI-Agenten gelesen und ausgewertet.

Für Menschen gestaltete Webseiten enthalten dabei allerdings viele Elemente, die für ein KI-System wenig hilfreich sind: Navigationen, Footer, Werbung, Skripte und Layout-Markup. All das kostet Kontext, ohne zusätzliche inhaltliche Information zu liefern.

Genau hier setzt die llms.txt an.

Woher kommt die Idee der llms.txt?

Die llms.txt wurde im September 2024 von Jeremy Howard vorgeschlagen und unter llmstxt.org veröffentlicht.

Die Grundidee: Eine Website stellt zusätzlich zu ihren normalen HTML-Seiten eine einfache Markdown-Datei unter /llms.txt bereit. Diese Datei enthält eine kompakte, gezielt für KI-Systeme aufbereitete Übersicht der wichtigsten Inhalte – mit kurzen Beschreibungen und Links zu den jeweils relevanten Seiten.

Wie ist eine llms.txt aufgebaut?

Der Aufbau einer llms.txt folgt einem einfachen, klar definierten Format:

  • einer H1-Überschrift mit dem Namen des Projekts oder Unternehmens (einzig verpflichtender Bestandteil),
  • einem kurzen einleitenden Zitatblock (>) mit einer knappen Zusammenfassung,
  • optional weiteren erläuternden Absätzen,
  • beliebig vielen H2-Abschnitten mit Linklisten und kurzen Beschreibungen,
  • optional einem abschließenden Abschnitt ## Optional für ergänzende, weniger zentrale Inhalte.

Ein einfaches Beispiel:

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Ein System, das eine Website für KI-Zwecke auswertet, findet damit eine kompakte, eindeutig strukturierte Übersicht – ohne die eigentliche Website vollständig durchsuchen oder interpretieren zu müssen.

Welches Problem löst die llms.txt?

KI-Systeme arbeiten mit einem begrenzten Kontextfenster. Jede Information, die verarbeitet wird, kostet Platz – auch Navigationsleisten, Cookie-Hinweise oder Werbeflächen, die für Menschen selbstverständlich zur Website dazugehören.

Eine llms.txt liefert stattdessen von vornherein eine kuratierte, redaktionell aufbereitete Übersicht.

Statt eine komplette Website Seite für Seite zu crawlen und aus dem HTML-Code die relevanten Inhalte herauszufiltern, kann ein System direkt auf eine kompakte, für genau diesen Zweck aufbereitete Datei zugreifen.

Ist llms.txt ein offizieller Web-Standard?

Nein – llms.txt ist kein offizieller Standard einer Institution wie der IETF oder des W3C, sondern zunächst eine vorgeschlagene Konvention.

Trotzdem hat sich die Datei innerhalb kurzer Zeit recht breit etabliert. Zahlreiche Entwicklerwerkzeuge suchen inzwischen automatisch nach einer llms.txt bzw. llms-full.txt, sobald sie auf eine Dokumentations-Website verweisen – darunter unter anderem Cursor, Windsurf, Claude Code, GitHub Copilot, Cline und Aider.

Im Juni 2026 gab es zudem einen Vorschlag, llms.txt im Rahmen des W3C offiziell zu standardisieren. Ob und in welcher Form daraus tatsächlich ein anerkannter Web-Standard wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch offen.

Version 2 der llms.txt (seit August 2026)

Im August 2026 wurde die llms.txt-Spezifikation überarbeitet – knapp zwei Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung.

Am eigentlichen Dateiformat hat sich dabei nichts geändert: Eine bestehende llms.txt nach der ursprünglichen Version bleibt auch nach Version 2 gültig.

Verändert hat sich vor allem, wie eine llms.txt gefunden wird. Version 2 ergänzt dafür sogenannte Link Relations:

  • rel="alternate" kann von einer einzelnen Seite auf deren eigene Markdown-Fassung verweisen,
  • rel="describedby" kann von einer Seite auf die zugehörige llms.txt verweisen.

Diese Angaben lassen sich sowohl als HTML-<link>-Element als auch als HTTP-Link-Header ausliefern. Damit müssen KI-Systeme und andere Tools nicht mehr grundsätzlich raten oder pauschal /llms.txt ausprobieren, sondern können die passende Datei gezielter auffinden.

Was llms.txt nicht ersetzt

Eine llms.txt ist kein bestätigter Google-Rankingfaktor und sollte auch nicht mit diesem Versprechen eingesetzt werden.

Sie ersetzt außerdem keine der eigentlichen technischen Grundlagen einer Website: sauberes semantisches HTML, ein verständlicher Accessibility Tree, strukturierte Daten nach Schema.org und eine gute Informationsarchitektur bleiben weiterhin die eigentliche Basis dafür, dass eine Website – von Menschen wie von Maschinen – verstanden werden kann.

Dass sich Werkzeuge wie Chrome Lighthouse inzwischen zunehmend auch mit der Frage beschäftigen, wie gut eine Website für Agenten zugänglich ist, zeigt aber, dass dieses Thema kein kurzfristiger Trend bleibt.

Eine llms.txt kann in diesem Zusammenhang eine sinnvolle, zusätzliche Ebene sein – als kompakter, gezielt aufbereiteter Einstiegspunkt für KI-Systeme, nicht als Ersatz für eine technisch sauber umgesetzte Website.

Fazit

Die llms.txt ist eine einfache, standardisiert aufgebaute Markdown-Datei, mit der Websites ihre wichtigsten Inhalte gezielt für KI-Systeme und KI-Agenten bereitstellen können.

Sie ist kein offizieller Web-Standard und kein Rankingfaktor, hat sich aber innerhalb kurzer Zeit als praktische Konvention etabliert – unterstützt von zahlreichen KI-gestützten Entwicklerwerkzeugen und inzwischen sogar Gegenstand eines Standardisierungsvorschlags beim W3C.

Wie sich eine llms.txt bei TYPO3-Websites automatisch aus dem Seitenbaum erzeugen lässt, statt sie von Hand pflegen zu müssen, beschreiben wir in unserem Artikel zu unserer eigenen TYPO3-Extension llms_txt.

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